Politik und Zeitgeschichte

Russlanddeutsche Biografieerzählungen in der Literatur – Autorinnenlesung von Elina Penner aus „Nachtbeeren“

Die Erfahrungen von Migration, von Zu- und Auswanderung gehören seit jeher zu Europa und prägen unsere moderne, globale – und so auch deutschsprachige Gesellschaft . Aus unterschiedlichen Teilen der Welt haben Menschen seit Jahrhunderten ihren Weg zu uns gefunden – gezwungen oder aus freien Stücken, oder weil ein langer Weg auf der Suche nach der Heimat endlich abgeschlossen werden sollte. So zog es auch viele „Russlanddeutsche“ nach dem Ende der Sowjetunion in den 1990er Jahren zurück nach Deutschland. Ihre Vorfahren siedelten seit dem 18. Jahrhundert in verschiedenen deutschsprachigen Kolonien an der Wolga, im Kaukasus, am Schwarzen Meer und anderen Regionen des damaligen Russischen Reiches. Unter Stalin wurden sie unter unmenschlichen Bedingungen in Arbeitslager nach Sibirien, Kasachstan und hinter den Ural deportiert – traumatische Erfahrungen, die Menschen über Generationen hinweg bis heute prägen. Wie fühlen sich Menschen, die diese Biografien in ihrem Gepäck tragen? Wie haben sie ihr Ankommen in Deutschland erlebt? Und was bewegt sie heute? Diesen Fragen widmet sich die Autorin Elina Penner, die aus ihrem Debütroman „Nachtbeeren“ liest. 


Der Text handelt von einer jungen Frau, die als russlanddeutsches Mädchen nach Westfalen zieht. Während sie versucht, in ihrem neuen Leben in Deutschland anzukommen, beschäftigt sie sich zunehmend auch mit ihrer Vergangenheit – mit Enteignung, Deportation und Diskriminierung ihrer Vorfahren aber auch mit dem Wandel von Emotionen und Werten in ihrer Familie. Die Lesung wird inhaltlich eingeführt und gerahmt von der Literaturwissenschaftlerin Dr. Lilli Gebhard, die sich neben ihrer fachlichen Sicht auf die russlanddeutsche Literatur selbst auch in ihren Gedichten den Fragen nach Heimat und Heimatlosigkeit, nach Sehnsucht und Schutzsuche, nach verdrängten Verlusten und vergessenen Erinnerungen widmet. Diese Auseinandersetzung hat durch den anhaltenden Krieg und die schrecklichen Ereignisse in der Ukraine noch mehr an Bedeutung und leider auch an Aktualität gewonnen – nicht zuletzt, weil viele Deutsche aus der ehemaligen Sowjetunion in der Ukraine, aber auch in Russland Familie, Verwandte und Freunde haben. 


Der Akademieabend findet im Rahmen des bundesweiten Symposiums: „Meinung - Mitsprache - Mitwirkung. Deutsche aus Russland in der öffentlichen Wahrnehmung“, - in Kooperation mit dem Institut für Migrations- und Aussiedlerfragen Heimvolkshochschule St. Hedwigs-Haus e.V. – in Fulda vom 13. bis zum 15. Juni 2022 statt. Mit diesem Abend möchten wir ein persönliches und einfühlsames Licht auf russlanddeutsche Geschichte und Literatur werfen und mit Ihnen in den Austausch kommen.

Termin


13.06.2022, 19:00 Uhr

 

Autorin


Elina Penner

 

Leitung


Herr Gunter Geiger, Direktor Katholische Akademie des Bistums Fulda

Frau Dr. Lilli Gebhard, Literaturwissenschaftlerin

 

Kostenbeitrag


Eintritt frei!

 

Anmeldung


Eine Anmeldung ist zwingend erforderlich unter der Telefonnummer 0661/8398-120 oder unter katholische.akademie@bistum-fulda.de

 

Hinweis


Es gelten die am Veranstaltungstag gültigen Hygieneregeln

 
 

Katholische Akademie des Bistums Fulda

Neuenberger Str. 3-5

36041 Fulda


 

Telefon: 0661 / 8398 - 0

Telefax: 0661 / 8398 - 136

 
 


© Katholische Akademie des Bistums Fulda

 

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